Bemerkenswert

Privat

Auf Grunde merkwürdiger Kommentare, schreibe ich nun meine Tagebucheinträge als Privat. Nur lesbar für Follower. Hilfreiche neutrale Beiträge öffentlich. Das Passwort gibt es auch nur auf Anfrage. Nach und Nach werde ich alles auf Passwort setzten, was ins Tagebuch kam.

Fürs Passwort bitte unter Kontakt eine Anfrage stellen, dann kann ich direkt per Mail drauf antworten.

Nachdem man mir Münchhausen-Syndrom andichten wollte und mich mit meinem echten Namen ansprach, reicht es mir einfach. Mir hilft der konstruktive Austausch mit meiner Leserschaft und den lieben Mitbloggern. Nicht so ein Unsinn und Menschen, die sich extra dafür so Mailadressen basteln.

Alles liebe. Eine genervte Alice

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Die Tribute von?

Ein Versuch. Nur ein Versuch.
Ich sitze im Schlafzimmer an meinem kleinen gläsernen Schreibpult vom schwedischen Möbelriesen. Der Kater hockt auf der steineren Fensterbank und späht durch den Fensterspalt die dicke Taube auf dem viel zu kleinen Ast der Fichte an. Neben ihr stehen stolz Föhren und Lebensbäume. Dazwischen ducken sich die Mehrfamilienhäuser. Lächerlich klein zwischen den alten Bäumen, die allesamt deutlich höher sind. Langsam gehen in den Fenstern warme Lichter an. Die Drossel stimmt an zum Abendgesang. Sonst… Stille. Nur leise spielt mein Handy eine langsame Playlist voller sphärischer Klänge. Was Gothicmetal, Doommetal und ja wie man diese Musik auch immer nennen mag so vollbringen kann.

Kaffeekrümel ziehen in der Frenchpress ihre Bahn. Mein Geist scheint so langsam, wie die Musik. Das linke Knie schmerzt empfindlich. Ich bin müde. Erschöpft. Jeder Schritt scheint ein Schritt zu weit. Meine Augen blicken müde, sagt meine liebe Kollegin und mein Geist kann den Ansprüchen auf der Arbeit nicht immer folgen. Müde. So müde.

Es frustriert mich. Doch es nützt nichts mich dagegen aufzulehnen. Die Frage gilt dem warum. Eine harte Zeit ging zu Ende. Ich wagte den Sprung ins Neue. Monate des Kämpfens und Aushaltens fordern wohl Tribut.

Während um mich herum Ruhe einkehrt, öffnen sich in mir langsam wieder Kontakte. Nach Innen. Ich spüre den Schmerz den wohl der Körper einst aushalten musste. Fahrrad fahren wird zur Tortur. Der Sattel ist mein Feind. Ich spüre geisterhafte Berührungen. Mein schmerzendes Bein ist nun nur das letzte Signal vom Körper an mich. Es ist das Bein, welches ich mir einst brach und was nicht ganz verheilt ist. Der Schmerz ein Phantom und Mahnung zugleich.

Anteile sind aktiver. Ich höre eine Kinderstimme und einen wütenden Teenager. Die Aufgabe der Therapeutin einen sicheren Ort zu schaffen für die Jüngeren, scheint fast unlösbar. Und nun wollte der Teenie eine hohe Mauer mit groben Steinen und Fenstern für sich. Im Regen. Im Sturm. Dort fühlt sie sich sicher, dort schreit sie nicht ihren Schrei der Agonie. Es ist merkwürdig. Sie ist so wütend. So wütend, wie ich es nie war.

Dann ist dort der Dämonischewolf, der auf mich einschimpft in einer Sprache, die meinen Mund sonst nicht verlässt. Die Nächte sind schwer. Oft liege ich wach und spüre die Angst vor dem Öffnen der Tür.

Ich habe nun ein Nachtlicht. Eine Lichterkette in goldenen Metallkugeln. Fein durchbrochen. Sie werfen warmes Licht in den Raum und Muster an die Wand. Ein Oganzaschal macht die Sache auch dunkel genug, das ist auch schlafen kann.

Tief ist in mir die Verleugnung gerade. Passierte je etwas Schlimmes? War ich traurig oder einsam? Tat es wirklich weh? Ist es schlimm was passierte?

Ich stehe da, blicke in den Spiegel und erkenne mich nicht wirklich. Dies ist mein Leben, meine Vergangenheit. Sie gehört zu mir, ja doch ich fühle dies nicht.

Mein Körper brennt. Er spürt den Weg, den wir gegangen sind. Die langen steinigen Pfade. Und dieser Körper ist müde. Abgemagert nannte mich eine andere Kollegin. Vielleicht. Untergewicht. Vielleicht. Doch was mager an mir ist, ist der mangelnde Funke in den Augen.

Ich gestehe dies mir zu. Die Trauer. Den Schmerz und die Müdigkeit. Ich lehne mich nicht mehr dagegen. Lasse es durch mich eilen, wie eine Welle. Bis der Sturm vorrüber ist. Ich lasse nach und lasse los. Auf das es einfacher wird.